AFD NOBILITIERT SOMMERTHEATER Susanne von Falkenhausen über das Volksbad an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin
Bereits vor ihrer Eröffnung sorgte die „urbane Intervention“, wie die Volksbühne das temporäre, 25 Meter lange und kostenfrei nutzbare Becken auf ihrem Vorplatz nennt, für größtmögliche mediale Aufmerksamkeit. Das sogenannte Volksbad, von der Volksbühne als Maßnahme gegen Unterfinanzierung der Berliner Infrastruktur sowie gegen verstärkte Kontrolle und Regulierung des öffentlichen Raums vorgestellt, löste eine Bandbreite an Reaktionen aus zwischen maßloser Empörung über Performativität und Steuergeldverschwendung bis hin zu Begeisterung ob des Versuchs, als „Volkstheater“ tatsächlich im Stadtraum präsent zu sein. Ihren Höhepunkt fand die Instrumentalisierung der Debatte nach Ankündigung eines Nachmittags, an dem das Schwimmbecken dem Verein EOTO e. V. exklusiv zur Verfügung gestellt werden sollte – eine rassistische Medienkampagne folgte. Vor diesem Hintergrund fragt Susanne von Falkenhausen nach Möglichkeit und Unmöglichkeit von geschützten Räumen im Kontext institutioneller Öffentlichkeit.
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