EINRICHTUNG IM UNBEQUEMEN Anna Polze über den deutschen Pavillon der 61. Biennale von Venedig
Der von Suza Husse und Elske Rosenfeld geprägte Begriff „pOstdeutschland“ deutet auf einen Zustand hin, in dem die DDR und die Transformationserfahrungen der 1990er Jahre weder völlig verschwunden noch gegenwärtig wirklich greifbar sind. Anna Polze sieht diesen Zustand im von Henrike Naumann und Sung Tieu bespielten Pavillon auf der Venedig Biennale auf unterschiedliche Weise verhandelt: Während Naumann sich, wie für ihr Werk typisch, auf die faschistoiden Kontinuitäten und neurechten Ausschreitungen der Nachwendezeit konzentriert, die nicht nur bis heute fortbestehen, sondern präsenter denn je sind, lenkt Tieu unseren Blick auf vertragliche und infrastrukturelle Aspekte eines obsoleten Systems, die ihr eigenes Leben und die deutsche Gegenwartsgesellschaft bis heute prägen. Polze wertet den gemeinsamen Biennale-Beitrag nicht zuletzt als Bestätigung dafür, dass Positionen wie die der beiden Künstlerinnen seit einigen Jahren zu Recht ins Zentrum der Aufmerksamkeit des deutschen Kulturbetriebs rücken.
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