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Urbane Kunst Ruhr CFA Berlin Manifesta Urbane Kunst Ruhr CFA Berlin Manifesta
26. August 2026

AFD NOBILITIERT SOMMERTHEATER Susanne von Falkenhausen über das Volksbad an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin

Bereits vor ihrer Eröffnung sorgte die „urbane Intervention“, wie die Volksbühne das temporäre, 25 Meter lange und kostenfrei nutzbare Becken auf ihrem Vorplatz nennt, für größtmögliche mediale Aufmerksamkeit. Das sogenannte Volksbad, von der Volksbühne als Maßnahme gegen Unterfinanzierung der Berliner Infrastruktur sowie gegen verstärkte Kontrolle und Regulierung des öffentlichen Raums vorgestellt, löste eine Bandbreite an Reaktionen aus zwischen maßloser Empörung über Performativität und Steuergeldverschwendung bis hin zu Begeisterung ob des Versuchs, als „Volkstheater“ tatsächlich im Stadtraum präsent zu sein. Ihren Höhepunkt fand die Instrumentalisierung der Debatte nach Ankündigung eines Nachmittags, an dem das Schwimmbecken dem Verein EOTO e. V. exklusiv zur Verfügung gestellt werden sollte – eine rassistische Medienkampagne folgte. Vor diesem Hintergrund fragt Susanne von Falkenhausen nach Möglichkeit und Unmöglichkeit von geschützten Räumen im Kontext institutioneller Öffentlichkeit.

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26. August 2026

HAIE IM SWIMMINGPOOL Christoph Gurk über das Volksbad an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin

Bereits vor ihrer Eröffnung sorgte die „urbane Intervention“, wie die Volksbühne das temporäre, 25 Meter lange und kostenfrei nutzbare Becken auf ihrem Vorplatz nennt, für größtmögliche mediale Aufmerksamkeit. Das sogenannte Volksbad, von der Volksbühne als Maßnahme gegen Unterfinanzierung der Berliner Infrastruktur sowie gegen verstärkte Kontrolle und Regulierung des öffentlichen Raums vorgestellt, löste eine Bandbreite an Reaktionen aus zwischen maßloser Empörung über Performativität und Steuergeldverschwendung bis hin zu Begeisterung ob des Versuchs, als „Volkstheater“ tatsächlich im Stadtraum präsent zu sein. Ihren Höhepunkt fand die Instrumentalisierung der Debatte nach Ankündigung eines Nachmittags, an dem das Schwimmbecken dem Verein EOTO e. V. exklusiv zur Verfügung gestellt werden sollte – eine rassistische Medienkampagne folgte. Christoph Gurk, der gerade selbst in ein Bühnenprojekt am Haus involviert ist, kontextualisiert das Volksbad mit Blick auf die Geschichte der Volksbühne und den vermittlerischen Ansatz der Institution.

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Juni 2026

Aktuelle Ausgabe

Heft Nr. 142
Juni 2026
„MITTELALTER“

Seit dem Aufkommen des Begriffs Mittelalter ist diese historische Epoche untrennbar mit Vorstellungen von deren Alterität verbunden. Wurde ab dem 14. Jahrhundert das Bild eines dunklen Zeitalters geschürt, das als Kontrastfolie zu Idealen von Aufklärung und Humanismus in der Renaissance herhalten musste, diente das Mittelalter bereits in der Romantik als Projektionsfläche für eine genuine Lebensweise im Einklang mit Natur und Spiritualität. Der Impuls, der komplexen und unsteten Gegenwart in eine vermeintlich einfachere Vergangenheit zu entfliehen, kennzeichnet auch heutige Bezugnahmen auf das Mittelalter in Popkultur und Politik. Die aktuelle Ausgabe von TEXTE ZUR KUNST setzt solch reduktionistischen Rückgriffen ein differenzierteres Bild des Mittelalters entgegen, das historische Parallelen und Kontinuitäten, aber auch Widersprüche anerkennt.

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21. August 2026

AFTER LOOKING James Voorhies on the 59th Carnegie International, “If the word we”

With an impressive 130-year history, the Carnegie International has regularly showcased international art in Pittsburgh while remaining true to its founding mission of promoting international exchange and understanding among cultures. Particularly in the context of biennials and other large, regularly recurring exhibition formats, trends in curatorial approaches can be observed – shifting away from a focus on individual objects and aesthetic experience toward a focus on contextualization and knowledge production. James Voorhies also observes these approaches at the 59th edition of the Carnegie International and situates them within a broader dynamic of changing conditions in artistic and curatorial practice, as well as shifting expectations regarding aesthetic experience and reception.

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19. August 2026

FAILING FORWARD Ben Caton on Martin Luther, translation, and AI

With the invention of the printing press and the distribution of the Gutenberg Bible, the shift from the Middle Ages to modernity is commonly understood to be marked by profound changes in technology and the means of knowledge production. With AI-based translation, an arguably comparable change is underway. As many contributions to our current issue, “Mittelalter,” demonstrate, epochal shifts are processes rather than ruptures. Here, Ben Caton focuses on Martin Luther’s translation of the Bible, which, from a historiographical point of view, faces both toward the Middle Ages and toward modernity. Situating the Reformer’s work in translation theory, Caton relates Luther’s approach to precursors in late antiquity as well as to current developments and updates his own June 2020 text in TEXTE ZUR KUNST on machine translation software such as DeepL. In the 16th century, as today, the question remains how equivalence between languages is negotiated and how norms are constructed and challenged.

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Editionen

Albert Oehlen, „Badende“, 2026

14. August 2026

AUFERSTANDEN AUS RUINEN ODER AUSGEGRABEN AUS DEM DEPOT Marlene Militz über „Publik Machen“ des ifa – Institut für Auslandsbeziehungen

Mehr als 36 Jahre nach dem Mauerfall bietet der Diskurs um die deutsch-deutsche Geschichte vermehrt endlich auch Räume für Debatten, die sich jenseits festgefahrener, häufig von reflexhaften Abwertungstendenzen geprägter Narrative bewegen. Im Zuge dieser Debatten scheint auch in der Kunstwelt Raum und Bewusstsein geschaffen worden zu sein für diesen Teil jüngerer deutscher Geschichte: in Form von öffentlichkeitswirksamen, künstlerischen Auseinandersetzungen mit dem Erbe der Wiedervereinigung, aber auch in Form der sträflich vernachlässigten Beschäftigung mit DDR-Kunst, die jahrzehntelang in Archiven und Depots verschwunden war. Einem solchen Projekt hat das ifa – Institut für Auslandsbeziehungen nun nicht nur eine, sondern ganze sechs Ausstellungen gewidmet. Zu Recht, wie Marlene Militz konstatiert, hatte doch das ifa in Westdeutschland ein ganz ähnliches Aufgabenprofil wie das in der DDR gegründete Zentrum für Kunstausstellungen, dessen Bestand das bundesdeutsche Institut zwar übernahm, aber im Zuge der generellen Abwertung einer „Regime-Kunst“ in den Jahren nach der Wende gänzlich unbearbeitet ließ.

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12. August 2026

REFUGIEN DER ERINNERUNG Burcu Dogramaci über Ruinen auf der 61. Biennale von Venedig

Mit Blick auf eine Niedergangsrhetorik, die in politischen und Alltagsdebatten aktuell Konjunktur hat, scheint die Beschäftigung mit dem Ruinösen, wie sie sich auf der diesjährigen Biennale in Venedig beobachten lässt, zunächst wenig überraschend. Die hier reichlich referenzierten Ruinen dienen allerdings nicht der Illustration einer Larmoyanz über den Status quo, sondern der multidirektionalen Erinnerung an historische und gegenwärtige Kämpfe und Ausschlüsse sowie der Kritik an ihrem Vergessen. So Burcu Dogramaci, die sich anhand von drei Ausstellungen – dem Slowenischen Pavillon im Arsenale, der Gruppenschau „Still Joy“ auf Dorsoduro und dem Deutschen Pavillon in den Giardini – exemplarisch künstlerischen Strategien annähert, die Verfallenes und im Vergessen Begriffenes ins Werk setzen.

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7. August 2026

SIMULTANEOUSLY AND EQUALLY Flora Klein on Helen Frankenthaler at the Kunstmuseum Basel

In 1959, the Kunstmuseum Basel became the first European institution to acquire abstract expressionist paintings for its collection. The fact that these works were by four male artists likely did not trouble anyone in the late 1950s. Since then, female painters of that era – including Helen Frankenthaler, who concurrently made a name for herself in the New York art scene as a leading figure in Color Field painting and was also represented at Documenta II – have been given their rightful place in 20th-century art history. With “Riverhead” (1963), a donation from the artist’s foundation in 2024, Frankenthaler recently became part of the Basler collection. It is this work that painter Flora Klein focuses on in her exhibition review of the comprehensive solo exhibition of Frankenthaler at the Kunstmuseum, tracing both the artist’s leap into abstraction and the curatorial emphasis on figurative references.

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31. Juli 2026

FROM SUFFERING TO SAINTHOOD Daniel Culpan on Tracey Emin at Tate Modern, London

There are few contemporary artists whose careers have undergone such a profound transformation as that of Dame Tracey Emin, formerly known as “Mad Tracey from Margate”. It is this Dame Tracey – and not the young, often provocative artist of her early years – who is currently being honored in a major retrospective at Tate Modern. Daniel Culpan is left wondering how much personal suffering, when made the subject of artistic expression, is bearable for the viewer – and to what extent audiences actually desire it.

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TEXTE ZUR KUNST steht für kontroverse Diskussionen und Beiträge international führender Autor/innen über zeitgenössische Kunst und Kultur. Neben grundlegenden Essays bietet die 1990 in Köln von Stefan Germer (†) und Isabelle Graw gegründete und seit 2000 vierteljährlich in Berlin publizierte Zeitschrift Interviews, Gesprächsrunden und ausführliche Besprechungen zu Kunst, Film, Musik, Markt und Mode ebenso wie zu Kunstgeschichte, Theorie und Kulturpolitik. Seit 2006 erscheinen der umfangreiche, jeweils einem spezifischen Thema gewidmete Hauptteil sowie ausgewählte Besprechungen in Deutsch und Englisch. In jeder Ausgabe wird die Zeitschrift von international renommierten Künstler/innen mit exklusiven Editionen unterstützt.